Buch-Empfehlung: „Zwei an einem Tag“ von David Nicholls

Werner / pixelio.de

Emma und Dexter landen am Tag ihres Schulabschlusses im Bett. Sie das Vorstadtmädchen, das die Welt verbessern will. Er der Jetsetjunge, dem die ganze Welt offen steht. Die einzige Gemeinsamkeit: sie wissen nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Doch nicht allein deswegen bleiben sie über die Jahre auf gewisse Art und Weise unzertrennlich.

Anfangs versucht sich Emma als Schauspielerin in einer alternativen Theatergruppe, kellnert dann über Jahre und wird schließlich Lehrerin. Dexter geht erst auf Weltreise und wird schließlich Fernsehmoderator. Trotz dieser weit voneinander entfernten Lebenswege reißt der Kontakt zwischen Emma und Dexter nicht ab. Auch wenn ihre Freundschaft streckenweise nur aus eher einseitigem Briefkontakt und gelegentlichen Treffen besteht, bleibt der jeweils andere immer eine wichtige Bezugsperson.

In den 18 Jahren, die dieses Buch „umfasst“, werden beide erwachsen, ihre Prioritäten verschieben sich und immer wieder müssen sie sich der Frage stellen, wo sie in ihrem Leben stehen und wo sie stehen wollen. Das spezielle Band, das Em und Dex miteinander verbindet ist für alle offensichtlich. Sie mögen, streiten, versöhnen sich. Sie gehen sich gegenseitig auf die Nerven oder aus dem Weg. Sie verlieben sich ineinander, nur eben nicht beide zur gleichen Zeit. Und beide bauen sich ein Leben mit anderen Partnern auf, scheitern und beginnen wieder neu.

Etwa in der Mitte des Buches kam ich um den Gedanken nicht herum, dass es nun langsam mal gut ist mit den Verstrickungen. Das Prinzip war mehr als klar: die beiden sind füreinander bestimmt, aber merken es nicht. Was also soll schon noch passieren, dass Nicholls dafür noch einmal 250 Seiten braucht. Die Antwort ist einfach: beide müssen noch erwachsener werden, mehr verlieren, mehr sie selbst werden, um zusammen zu finden.

Doch Nicholls ist auch das noch nicht genug. Er gibt der Geschichte eine Wendung, bei der auch dem letzten Leser klar sein dürfte, was er sagen will: Packe dein Glück mit beiden Händen und lass es nicht mehr los.

Fazit:
Wer mindestens 30 ist, wird viele Erinnerungen aus seinem Leben in diesem Buch wieder finden. Ich habe mich beim Lesen dieses Buches an vielen Stellen wieder gefunden. Zum einen kenne war ich selbst oft genug unsicher, was ich mit meinem Leben anfangen will. Zum anderen werden in dem Buch auch die Besonderheiten, Trends und Lebensgewohnheiten des jeweiligen (Lebens-)Jahrzehnts eingeflochten. Von der Kassette über die CD bis hin zu Handy und DVD-Recorder. Von der Studentenhochzeit, dem Kinderkriegen bis hin zu Hausbau und Scheidungen.

Die Liebesgeschichte ist mir ein wenig zu offensichtlich. Beide tun so, als hätten sie noch ewig Zeit, um zueinander zu finden und den anderen trotzdem für sich reserviert. Das Ende ist dramatisch und erinnert an Geschichten von Nicholas Sparks. Wobei Nicholls nicht ganz so schnulzig mit der Beziehung von Em und Dex umgeht, wie man es von Sparks gewöhnt ist. Alles in allem ist das Buch zum Film also eine entspannte Lektüre, die ich für den Urlaub empfehlen würde. Zuhause könnte das eigene Leben gedanklich zu sehr von der Geschichte im Buch ablenken.

Kaufen kann man das Buch zum Beispiel bei Amazon:Zwei an einem Tag: Der Roman zum Film

Tagged , , , , . Bookmark the permalink.

4 Responses to Buch-Empfehlung: „Zwei an einem Tag“ von David Nicholls

  1. Ich habe das Buch vergangenen Frühling auf Englisch gelesen und sowas von geheult am Schluss – das ist sonst nicht so meine Art, es ist einer meiner absoluten Favoriten. Bin ja auch eindeutig über 30 ;) . Mir hat die Erzählstruktur gut gefallen, das war originell, und so kamen trotz der vorhersehbaren Love Story immer wieder überraschende Wendungen.

  2. Janett says:

    Ich habe das Buch auch noch zuhause, hab mich aber zu Beginn des Buches etwas schwer getan. In der Zwischenzeit habe ich den Film gelesen und will mich dieser Tage mal wieder an das Buch wagen…
    Der Film hatte auf jeden Fall Taschentuchgarantie und ich bin gespannt, ob mir das Buch noch den einen oder anderen tiefergehenden Aspekt davon zeigt…

    • tina says:

      Ja, so nach den ersten 50 Seiten zieht sich der Stoff und es fiel mir auch schwer bei der Sache zu bleiben. Ich dachte, es liegt an meinem turbulenten Alltag, aber scheinbar geht es anderen ähnlich.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>